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Staatlich geförderte Fehlernährung. So dürfen Kinder nicht behandelt werden!

Hallo und guten Tag,

speckig-fettig glänzen die Nudeln auf dem Teller, angemacht nur mit ein paar Klecksen Ketchup. Soll so das Schulessen der Zukunft aussehen? Offenbar schon – jedenfalls in einer Internet-Werbung der Berliner SPD-Fraktion, mit der sie vor einem Jahr für einen kostenlosen Mittagstisch für Grundschulkinder trommelte. Auch wenn das Foto sicherlich nur unbedacht ausgewählt war: Ist es nicht irgendwie bezeichnend, dass beim Thema Schulessen die Gedanken sofort bei fettigen Nudeln mit Ketchup landen?

Was Eltern aus vielen Ecken Deutschlands über das Essen in den Schulen und Kindergärten ihrer Kinder berichten, kommt dem Bild der fetttriefenden Ketchup-Nudeln tatsächlich ziemlich nahe. In vielen Schulen scheint häufiger lieblos Totgekochtes oder gleich Pommes und Pizza auf dem Speiseplan zu stehen als gesunde Kost. Und das, obwohl sich alle Fachleute einig sind, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für Kinder ist, damit sie sich gesund entwickeln können, damit sie von Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes verschont bleiben. Und da Millionen Kinder jeden Tag in Schule oder Kita zu Mittag essen und zum Teil auch frühstücken, hat der Staat hier eine große Verantwortung. Doch was in den Einrichtungen auf die Teller kommt, hat mit „ausgewogen“ oft herzlich wenig zu tun. Es ist eine Schande, Kindern so etwas vorzusetzen!

 

Vor mehr als zehn Jahren hat die Bundesregierung offizielle, wissenschaftliche Qualitätsstandards für das Essen in Schulen und Kitas herausgegeben. Doch bis heute sind diese Standards in den allermeisten Bundesländern nicht mehr als lose, unverbindliche Empfehlungen – und immer wieder zeigen Befragungen, dass sich die meisten Einrichtungen nicht an diese Standards halten.

Gerade erst wies das Robert-Koch-Institut in einer Veröffentlichung gebündelt auf die Probleme hin: Standards, die an den meisten Schulen nicht zählen – dafür aber ein breites Angebot an Fast-Food, süßen Snacks und Zuckergetränken als „Zwischenverpflegung“. Woran es krankt, ist seit langem bekannt: Nur selten wird frisch gekocht, und was vom Caterer kommt, besteht zu oft aus billigem Fleisch und Kohlenhydraten und viel zu selten aus Gemüse. Warum wird aufgeschrieben, welches Essen Kinder für eine gute Entwicklung brauchen – aber nicht durchgesetzt, dass sie dieses Essen auch bekommen? Es ist ein Skandal, dass es ein so reiches Land wie Deutschland nicht schafft, in Schulen und Kindergärten gesunde, ausgewogene Mahlzeiten für Kinder auf den Kantinentisch zu bringen, die sie gesund ernähren, anstatt zu einer fatalen Fehlernährung vieler Kinder beizutragen. Hier wird am falschen Ende gespart! 

Doch das Spar-Diktat reicht noch viel weiter, liebe foodwatch-Interessierte. Längst lassen sich die Einrichtungen von Unternehmen co-finanzieren – ohne Sponsoren wären so manche Schulfeste, Sportveranstaltungen oder Renovierungsarbeiten nicht bezahlbar. Für die Einrichtungen ein Dilemma, für Konzerne ein attraktiver Markt. Und in vielen Bundesländern sind Sponsoring und teilweise auch Werbung an Schulen und Kindergärten gar nicht oder nur lückenhaft verboten. Die Folge: Agenturen wie „spread blue“ haben sich voll auf „Schulmarketing“ spezialisiert. In einer eigenen „Schulheft-Studie“ schreibt die Werbefirma unter anderem ganz unverblümt:

"Die Bewerbung der Zielgruppe Schüler direkt in Ihrer Schule (…) bietet ein Umfeld mit äußerst geringer Werbeablenkung".

– und jubelt dann, dass es in den meisten Bundesländern erlaubt ist, mit Plakatkampagnen und anderen Methoden direkt in den Schulen zu werben, „Sponsoringkampagnen“ sogar „bundesweit“ durchgeführt werden könnten. „Na bravo!“ kann man da nur sagen – die nehmen kein Blatt vor den Mund. Unter Verweis auf Referenzkunden wie McDonald’s, Nestlé oder funny-frisch wirbt die Agentur mit einer „optimalen“ Ansprache von Kindern – wer nur genügend zahlt, kann in kürzester Zeit Grundschulkinder an tausenden Schulen mit Werbung „erreichen“.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Es geht hier nicht um Jugendliche, sondern um Erst- oder Zweitklässler*innen. Und das ist noch keinesfalls die Grenze des guten Geschmacks. „Direkte Ansprache der Kinder“ heißt schon bei 3-Jährigen das Motto – etwa bei „DSA youngstar“, einer weiteren Werbeagentur, die groß auf „Kindergartenmarketing“ setzt. Das Kalkül wird in der Selbstdarstellung der Werber geradezu schamlos offen gelegt: „Die Kids im Alter zwischen 2 und 5 Jahren sind gleich aus mehreren Gründen eine spannende Zielgruppe: Sie sind die heimlichen Familienoberhäupter, verfügen über eine hohe indirekte Kaufkraft – und sind die Konsumenten und Markenfans von morgen. Doch wo soll man diese Zielgruppe kontaktstark erreichen? In den Kindergärten!“ Als Werbeträger empfehlen sie: Malbücher, Zahnbürsten, Comics oder Backzutaten. Und als besonderen Vorteil der „youngstar-Malbücher schreiben sie auf ihrer Website: „Ihre Werbebotschaft ist bei Kindern, Eltern und Erziehern ständig präsent.“ Das ist wichtig, denn die Experten für die Marken-Verführung kleinster Kinder wissen:

"Je früher Markenpräferenzen entstehen, desto stabiler und länger wird die Beziehung zu einer Marke oder einem Produkt anhalten."

Deshalb nutzen Firmen auch jede gesetzliche Lücke, um schon in Kindergärten und Schulen die Kleinsten zu ködern – dass es dabei nicht unbedingt um gesunde Ernährung geht, zeigt schon die Liste der „spread blue“-Referenzkunden…

Liebe foodwatch-Interessierte, wir wollen, dass sowohl McDonald’s und Nestlé als auch solche Agenturen mit ihren schamlosen Werbemethoden keinen Zugang mehr zu Schulen und Kindergärten erhalten! Stimmen Sie zu und helfen Sie mit? 

Dann werden Sie jetzt Förderin/Förderer von foodwatch!

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  • Wir wollen, dass die wissenschaftlichen Qualitätsstandards für gesundes Essen an allen Schulen und Kitas endlich verpflichtend gelten, denn Kinder haben ein Recht auf eine gesunde Ernährung in den staatlichen Einrichtungen!
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Kindergärten und Schulen werbefreie Räume werden. Der Bildungsauftrag darf nicht von kommerziellen Interessen abhängen!

Seien Sie jetzt dabei – für unsere Kinder. 

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Vielen Dank und herzliche Grüße
 

Martin Rücker
Geschäftsführer foodwatch

Januar 2021

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Das schlimmste, was Dir passieren kann, ist an einen Menschen zu geraten, der durch seinen Egoismus andere Menschen verletzt, verarscht und kaputt macht, sich dabei gut fühlt und sich keiner Schuld bewußt ist - Menschen dieser Art, kann man nur wünschen, dass sie an einen noch egoistischeren Menschen kommen, um das zu erfahren, was sie anderen damit antun.

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Wenn sich eine Rechtsprechung entwickelt, die nichts mehr zu tun hat mit den moralischen Empfindungen der Bürgerinnen und Bürger, dann verliert die Justiz ihren Anspruch Urteile “Im Namen des Volkes” zu sprechen.

 

Neben den REPORTERN OHNE GRENZEN gibt es nun eine äußerst interessante Gesellschaft für Bürger - die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Sie schreibt:

 

"Wir verteidigen die Freiheitsrechte gegen Eingriffe und Verletzungen seitens des Staates. Jeder Mensch hat zum Beispiel das Recht darauf, dass seine vertrauliche Kommunikation geschützt wird. Die Überwachung unverdächtiger Menschen und Datensammeln im großen Stil sind mit den Menschenrechten nicht vereinbar".

 

Die GFF betreibt strategische Prozessführung mit einem klaren Fokus: Wir stärken die Freiheitsrechte gegen staatliche Verletzungen.

Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf

Wichtiger Hinweis:

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ISBN-Nr.: 978-3-86461-030-1, 106 Seiten,  Hochglanz-Cover,

EUR  17,70

 

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