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«Der Suizid ist ein Riesenschritt. Das ist nicht wie das Streichen eines Brötchens»

Interview
 
Der Luzerner Psychotherapeut Josef Giger fordert, dass alle mündigen Erwachsenen Zugang zur Sterbehilfe erhalten sollen. Dass sich manche Menschen einsam im Wald erschiessen müssen, hält er für einen Skandal.
 
Angelika Hardegger und Simon Hehli

 

Suizid als Option in einem selbstbestimmten Leben: Der Psychotherapeut Josef Giger plädiert für eine weitgehende Liberalisierung. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)

Herr Giger, Sie sehen den Suizid als mögliche «Vollendung eines Lebens». Finden Sie es nicht gefährlich, diesen Schritt zu verherrlichen?

Ich will den Suizid weder verherrlichen noch banalisieren. Tatsache ist: Es gibt Suizide. Das können wir nicht einfach ausblenden.

 

Sie fordern das Recht auf begleiteten Suizid für alle. Blenden Sie damit nicht aus, dass viele im Affekt handeln?

Man sollte alles tun, um solche Suizide zu verhindern. In der Prävention sind wir Schweizer zum Glück sehr weit. Aber es gibt viele Menschen, die selbstbestimmt und selbstverantwortlich über das Ende ihres Lebens entscheiden, jedoch keinen Zugang zum begleiteten Freitod haben. Sie ziehen es dann trotzdem durch, weil es ihrer Persönlichkeit und ihrer Lebensform entspricht. Diese Menschen müssen unter unmenschlichen Bedingungen gehen, zum Beispiel, indem sie sich erhängen. Das sollten wir ändern. Eine Gesellschaft darf sich nicht menschlich nennen, wenn sie Menschen in solche Situationen zwingt.

 

Ihre Forderung ist radikal. Inwiefern beruht sie auf Ihrer beruflichen Erfahrung?

Ich habe seit 45 Jahren eine Psychotherapiepraxis. Der Grossteil meiner Klienten sind Depressive. Die Suizidalität ist in den Gesprächen mit ihnen immer wieder Thema. Ich habe gelernt, dass der Suizid für manche depressive Menschen der Endpunkt eines langen Weges ist. Für andere ist allein das Wissen darum, dass ein Suizid im Notfall möglich wäre, befreiend. Ich hatte Patienten, die Medikamente horteten oder sich eine Pistole kauften – ohne diese dann zu benutzen.

 

Die Sterbehilfe für Todkranke ist gesellschaftlich mehrheitsfähig. Bei Depressiven sieht es anders aus: Eine Depression lässt sich behandeln.

Die Leute haben ein falsches Bild von psychisch kranken Menschen. Sie denken, Depressive seien mit dem Leben überfordert und nicht in der Lage, klar zu denken, sie seien labil und schwach. Deshalb müsse die Gesellschaft alles unternehmen, um sie vor sich selber zu schützen. Ich sehe Depressive ganz anders. Depressive leiden, aber sie sind es gewohnt, unter widrigen Umständen grosse Leistungen zu erbringen, privat und im Job. Sie wollen auch ihre Mitmenschen nicht belasten. Suizid ist nicht die Sterbeform der Depressiven. Wer sich unter diesen Bedingungen trotzdem für einen Suizid entschliesst, ist alles andere als schwach.

 

Nochmals: Es gibt Behandlungen für seelische Tiefs.

Man kann viel erreichen mit einer Therapie oder mit Medikamenten. Aber wieso soll jemand, der immer wieder in die psychiatrische Klinik kommt, nicht sagen dürfen: Es reicht, ich mag nicht mehr? Wenn ein Krebspatient keine Chemotherapie mehr über sich ergehen lassen will, akzeptiert man das auch.

 

Es ist ein Unterschied, ob man einen Patienten sterben lässt oder ob er sich aktiv umbringt. Würden Sie auch einem 18-Jährigen das Recht auf assistierten Suizid einräumen?

18-Jährige müssen Militärdienst leisten, sie haben das Recht zu heiraten und stellen Kinder auf die Welt. Warum sollten wir ihnen die Mündigkeit in puncto Sterben absprechen? Es gibt junge Menschen, die am Leben zerbrechen und nicht mehr in dieser Welt leben wollen.

 

Was ist mit der depressiven 30-jährigen Mutter mit zwei kleinen Kindern?

Eine Mutter, die nicht leben will, kann keine gute Mutter sein. Suizid passiert nie leichtfertig. Zu diesem Schritt ist nur fähig, wer grosse Not leidet. Man mag dieser Mutter Egoismus vorwerfen. Aber vielleicht denkt sie sich, es sei für alle besser, wenn sie gehe. Bis sie zu einem solchen Entschluss gekommen ist, muss sie durch die Hölle gegangen sein.

 

Sie wollen Suizide im Affekt weiterhin von der Sterbehilfe ausschliessen. Ist denn diese Abgrenzung so klar?

Der Todeswunsch müsste über längere Zeit konsistent sein. Die Betroffenen müssten ihn über mindestens ein halbes Jahr in Gesprächen mit Fachpersonen, wie zum Beispiel Mitarbeitern von Sterbehilfeorganisationen, klar äussern.

 

Menschen, die ihren Angehörigen zur Last fallen, könnten sich dazu gedrängt fühlen, aus dem Leben zu scheiden.

Es gibt dieses Bild vom Altern, der Zeitgeist erzeugt Druck auf ältere Menschen. Dennoch: Der Suizid ist ein Riesenschritt. Das ist nicht wie das Streichen eines Brötchens. Das macht keiner, nur weil er sich unter Druck gesetzt fühlt. Deshalb glaube ich nicht, dass die Anzahl Suizide bei einer liberaleren Regelung steigen würde.

 

Sie wollen einen würdigen Rahmen für Suizide schaffen. Kann ein Suizid für die Angehörigen überhaupt akzeptabel sein – gerade wenn es um eine jüngere Person geht?

Was ein würdiges Sterben ist, soll jeder für sich entscheiden. Für das persönliche Umfeld ist ein Suizid immer schwierig. Aber ich bin überzeugt: Den Angehörigen fällt die Verarbeitung leichter, wenn sie wissen, dass der Bruder in Begleitung gehen durfte – und er sich nicht einsam vom zehnten Stock in die Tiefe werfen oder sich im Wald erschiessen musste. Es ist doch unglaublich, dass sich in der Schweiz jedes Jahr Hunderte Menschen gezwungen sehen, so aus dem Leben zu scheiden! Wir müssen als Gesellschaft davon wegkommen, den Suizid als etwas a priori Böses, Sündhaftes zu sehen. Als etwas, wofür sich die Angehörigen schämen müssen. Und ich glaube, ein solches Umdenken ist im Gang.

 

Hier bekommen Sie Hilfe:

Wenn Sie selbst Suizidgedanken haben oder jemanden kennen, der Unterstützung benötigt, wenden Sie sich bitte an die

Berater der Dargebotenen Hand.

Sie können diese vertraulich und rund um die Uhr telefonisch unter der Nummer 143 erreichen. Spezielle Hilfe für Kinder und Jugendliche gibt es unter der Nummer 147.

Mai 2019

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Ich habe eigentlich geglaubt wir wären schon weiter und fallen nicht in die grausame Vergangenheit zurück.

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Wer das Recht bricht, kann es nicht schützen.

 

Wenn sich eine Rechtsprechung entwickelt, die nichts mehr zu tun hat mit den moralischen Empfindungen der Bürgerinnen und Bürger, dann verliert die Justiz ihren Anspruch Urteile “Im Namen des Volkes” zu sprechen.

 

Neben den REPORTERN OHNE GRENZEN gibt es nun eine äußerst interessante Gesellschaft für Bürger - die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Sie schreibt:

 

"Wir verteidigen die Freiheitsrechte gegen Eingriffe und Verletzungen seitens des Staates. Jeder Mensch hat zum Beispiel das Recht darauf, dass seine vertrauliche Kommunikation geschützt wird. Die Überwachung unverdächtiger Menschen und Datensammeln im großen Stil sind mit den Menschenrechten nicht vereinbar".

 

Die GFF betreibt strategische Prozessführung mit einem klaren Fokus: Wir stärken die Freiheitsrechte gegen staatliche Verletzungen.

Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf

Einreiseverbote, hetzerische Parolen, Hass und Ablehnung: Willkürlich werden Menschen beurteilt, ausgegrenzt und gebrandmarkt.

Eine schreckliche Erfahrung. Vor allem für diejenigen, die vor Diskriminierung, Krieg und Gräueltaten fliehen und Schutz verdienen. Wir geben den Glauben an Liebe, Solidarität und Mitmenschlichkeit nicht auf.

Das schlimmste, was Dir passieren kann, ist an einen Menschen zu geraten, der durch seinen Egoismus andere Menschen verletzt, verarscht und kaputt macht, sich dabei gut fühlt und sich keiner Schuld bewußt ist - Menschen dieser Art, kann man nur wünschen, dass sie an einen noch egoistischeren Menschen kommen, um das zu erfahren, was sie anderen damit antun.

Wichtiger Hinweis:

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ISBN-Nr.: 978-3-86461-030-1, 106 Seiten,  Hochglanz-Cover,

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