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Clemens Tönnies hat wieder einmal bewiesen, dass er für seinen Profit über Leichen geht

Wir fordern den Rücktritt von Clemens Tönnies!

An Clemens Tönnies: Sagen Sie der Welt, dass Sie milliardenschwere Gewinne über die Bildung Ihrer Kinder stellen.

Wir sind entsetzt. Über eintausend Menschen wurden in den letzten Tagen in der Fleischfabrik von Clemens Tönnies mit Corona infiziert – es ist der größte Ausbruch des Virus in ganz Europa! 

Die Mitarbeiter*innen müssen jetzt für die Ignoranz und Verantwortungslosigkeit der Unternehmens-führung die Folge tragen.

Für die Menschen vor Ort heißt das: Wir Schüler*innen müssen nach den ersten Schulstunden wieder zu Hause bleiben. Nicht nur uns, sondern auch unseren Eltern, droht durch das Versagen des Fleischbarons Clemens Tönnies schon wieder der Lockdown. 

Jetzt muss der Vorstand des Unternehmens Verantwortung übernehmen: 

Wir fordern heute den sofortigen Rücktritt von Clemens Tönnies als Konsequenz dieses unzumutbar verantwortungslosen Handelns ohne Rücksicht auf die Rechte der Beschäftigten, der Anwohner*innen, dem Schutz der Tiere und im größeren Kontext auch des Klimas.

Seit Wochen warnen Expert*innen vor den katastrophalen Zuständen in der Fleischproduktion: 

Die Mitarbeiter*innen arbeiten auf engstem Raum in heruntergekühlten Bereichen zusammen. Auch in den Pausenräumen und in den Unterkünften haben die Menschen keinen Platz, um den nötigen Abstand zu halten. Mit Leihverträgen und Dumping-Löhnen wurden die Gewinne noch zusätzlich in die Höhe getrieben und alle Bedenken ignoriert. Mit verheerenden Folgen! Dabei leiden nicht nur die Mitarbeiter*innen, sondern auch die Tiere. Der Ethikrat bewertet die aktuelle Situation als unerträglich.

Auch für uns als Anwohner*innen ist die Taktik von Tönnies eine Katastrophe. 

Gerade durften wir zum ersten Mal seit Monaten wieder in die Schule und konnten damit die Eltern entlasten. Doch damit ist jetzt Schluss! Seit dem Ausbruch sind alle Schulen komplett geschlossen und wir Kinder müssen wieder für eine längere Zeit zuhause bleiben. Doch es kommt noch schlimmer: Wegen der über 1.000 Fälle im Werk von Clemens Tönnies wurden schon jetzt ganze Mehrfamilienhäuser unter Quarantäne gesetzt und dem gesamten Landkreis droht inzwischen der vollständige Lockdown! Das Versagen von der Tönnies Holding wird vermutlich eine "erhebliche Zahl von Toten" zur Folge haben.(3)

Clemens Tönnies hat wieder einmal bewiesen, dass er für seinen Profit über Leichen geht. 

Seit dem letzten Jahr sind wir bei Fridays for Future aktiv und kämpfen dort für eine klimagerechte Zukunft. Als Schüler*innen macht uns das rücksichtslose Vorgehen von Tönnies besonders wütend. Clemens Tönnies sagt, es ginge ihm um das Wohl der Menschen, während er uns Schüler*innen das Recht auf Bildung und Sozialkontakte verwehrt! Wir Schüler*innen des Kreises Gütersloh fordern Tönnies auf: Kommen Sie raus, und sagen Sie uns, dass wir kein Recht auf Bildung haben, wenn es um Ihr Geschäft geht! Sagen Sie der Welt, dass Sie milliardenschwere Gewinne über die Bildung Ihrer Kinder stellen. Denn das haben Sie. Und wir vergessen nicht.

Auch als Eltern, die seit 2019 bei den Parents for Future unseren Kindern zur Seite stehen, sind wir entsetzt. Während wir unsere Urlaubstage schon oft aufgebraucht haben, ist uns durch die erneute Betreuung zuhause jetzt häufig die finanzielle Existenz gefährdet. All das, während sich Tönnies auf seinem Privatvermögen von 2 Milliarden Euro ausruht!

Die Zustände bei Clemens Tönnies sind aber kein Einzelfall. Deshalb fordern wir Schüler*innen und Eltern folgende Konsequenzen für die Fleischindustrie:

  • Clemens Tönnies soll mit sofortiger Wirkung zurücktreten.
  • Die sozialen und gesundheitlichen Standards für die Mitarbeiter*innen müssen selbstverständlich auf ein menschenwürdiges Niveau erhöht werden und transparent dokumentiert werden, der Mindestlohn konsequent ausgezahlt und Tierschutz gewährleistet werden. 
  • Die Fleischindustrie muss für die ökologische Zerstörung und die immensen Klimaschäden bezahlen. 

Diese Mindestanforderungen sollten für den Betrieb des millionenschweren Unternehmers eine Selbstverständlichkeit sein, keine Wohltat.

Lasst uns gemeinsam das System-Tönnies in der deutschen Fleischindustrie beenden. Danke für Eure Hilfe!

Viron Lykopoulos und Stefan Schneidt (Fridays for Future), Nina Steinkühler ( Parents for Future) und David Fugmann

Im Namen von: Fridays for Future Gütersloh, Altkreis Halle, Herford, Bielefeld und Paderborn

 

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ISBN-Nr.: 978-3-86461-030-1, 106 Seiten,  Hochglanz-Cover,

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